{"id":6291,"date":"2017-11-01T17:55:37","date_gmt":"2017-11-01T17:55:37","guid":{"rendered":"http:\/\/erlangen-im-wandel.de\/?p=6291"},"modified":"2019-12-13T13:59:45","modified_gmt":"2019-12-13T13:59:45","slug":"im-fokus-das-stadtquartier-am-altstadtmarkt-blick-zurueck-nach-vorn","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/erlangen-im-wandel.de\/?p=6291","title":{"rendered":"Im Fokus: Das Stadtquartier am Altstadtmarkt &#8211; Blick zur\u00fcck nach vorn"},"content":{"rendered":"<h2>WandelBar: Lebenswerte Erlanger Altstadt<br \/>\nR\u00fcckblick auf die Oktober Wandelbar 25.10.2017<br \/>\nReferent: Thomas Engelhardt<\/h2>\n<p>In der zweiten Sitzung der WandelBar lud Thomas Engelhardt zu einem reich bebilderten Spaziergang durch das historische Stadtquartier am Altstadtmarkt ein. Die auf der Regnitzterrasse erbaute Stadt Erlangen machte sich zunehmend einen Namen als Bierstadt und bot mit dem ehemals vorst\u00e4dtischen Handwerkerviertel entlang der westlichen Stadtmauer einen geeigneten Standort f\u00fcr die Henninger-Brauerei. 1906 fusionierte die gr\u00f6\u00dfte Exportbrauerei mit Reifbr\u00e4u und konnte als Henninger-Reifbr\u00e4u AG ihren Einfluss ausweiten. Mit dem Niedergang der Brauereien nach dem zweiten Weltkrieg, erfolge ein Verkauf an N\u00fcrnberger Patrizier-Br\u00e4u und 1974 schlie\u00dflich die Einstellung des Betriebes.<\/p>\n<p>Parallel fanden gesamtst\u00e4dtisch einige grundlegende Ver\u00e4nderungen statt. In den 70er Jahren etablierte sich ein neues Paradigma der Stadtentwicklung, welches eine Abkehr vom Leitbild der autogerechten Stadt vollzog. Diese Neuausrichtung f\u00fchrte zu einer Verlagerung des st\u00e4dtischen Kerns gen S\u00fcden, wo der Neue Markt und das Rathaus entstanden. Um ein Gegengewicht zu schaffen, wurde das von der Stadt erworbene Brauereigel\u00e4nde an einen Investor weiterverkauft, der ein mit aufwendigen Bauma\u00dfnahmen einhergehendes zeitgem\u00e4\u00dfes Einkaufviertel kreierte. Der Bau der Altstadtmarktpassage forderte erhebliche Eingriffen in die Bausubstanz und topographische Struktur des Viertels. Das urspr\u00fcnglich absch\u00fcssige Gel\u00e4nde entlang der westlichen Stadtmauerstra\u00dfe wurde angehoben, die Stra\u00dfe verschoben und tiefer gelegt und im gesamten \u00fcberbaut. Damit wurde die Stra\u00dfe f\u00fcr den Autoverkehr entsprechend gestaltet und zugleich eine \u00dcberdachung geschaffen, deren Oberseite als gro\u00dfer Freiplatz des Altstadtmarktes dient.<\/p>\n<p>Die mit Freitreppen, verwinkelten Strukturen und Sichtbeton gestaltete Alstadtmarktpassage galt zu ihrer Er\u00f6ffnung 1976 als Glanzst\u00fcck moderner Architektur. Gegenw\u00e4rtig gl\u00e4nzt sie jedoch mit fehlender Aufenthaltsqualit\u00e4t, dominiert durch einen SB-Markt und vielerlei Leerstand. Dass der Charme der Altstadtmarktpassage nicht \u00fcberdauern konnte, f\u00fchrte der Referent auf grundlegende Konstruktionsfehler zur\u00fcck. Das im besten Falle als mutig zu bezeichnende Projekt wurde in einer zu gro\u00dfen Dimension angedacht. Die absch\u00fcssige Stadtrandlage, kleinstrukturelle Aufteilung und der Wunsch, mit der Stra\u00dfenunterf\u00fchrung einem autogerechten Typus gerecht werden zu wollen, resultierte in einer wenig atmosph\u00e4rischen Betonarchitektur.<\/p>\n<p>So stellte sich auch in der zweiten Sitzung die Frage, ob dieses Areal zu einer lebenswerten Erlanger Altstadt beitragen kann. In der Diskussion wurde deutlich, dass der ans\u00e4ssige SB-Markt eine Nahversorgungsfunktion bietet, auf die nicht verzichtet werden kann. Es kam die Frage auf, ob der Markt nicht als archimedischer Hebel zu betrachten sei und das Ensemble beispielsweise durch die Einrichtung von Markthallen erg\u00e4nzt werden k\u00f6nnte. Als zentraler Punkt erschien die Kommunikation mit dem Investor. Ist dieser f\u00fcr Ver\u00e4nderungen zu gewinnen? Falls ja: In welchen Dimensionen? Die Bestandspflege m\u00fcsse im Interesse des Investors sein, da Leerstand und Zerfall zu einer stetigen Abwertung des Objektes f\u00fchren.<\/p>\n<p>Die Vorstellung entsprechender Offenheit, lie\u00df die Ideen nur so sprudeln. Die Veranstaltung eines Architekturwettbewerbs erschien reizvoll, wenn erst einmal ein Nutzungskonzept gefunden sei. Die Etablierung eines Kindergartens, ein Nachhaltigkeitszentrum, ein Kultur- und Kunstquartierwurde ins Spiel gebracht. Es kam auch der Wunsch auf, die Stadt solle das Areal zur\u00fcckkaufen, r\u00fcckbauen und eine kleinteilige Bauweise realisieren. Die Idee, eine Videobotschaft zu gew\u00fcnschten Projekten aufzunehmen, befl\u00fcgelte das Vorhaben f\u00fcr die Workshoptermine im Winter.<\/p>\n<p>Die beiden Workshop-Termine sind am 24.1. und 28.2. 2018. Hier sind alle eingeladen, ihre Ideen einzubringen. Vorher referiert am 22.11.2017 Lena Jakob \u00fcber die Altstadt im Klimawandel und stellt dar, welche Herausforderungen die Zukunft f\u00fcr uns bereith\u00e4lt. Dar\u00fcber hinaus zeigt der Verkehrsclub Deutschland (VCD) am 13.12.2017 den Film \u201eHuman Scale\u201c. In diesem Portrait des d\u00e4nischen Stadtplaners Jan Gehl werden seine Ans\u00e4tze f\u00fcr eine Stadtgestaltung nach menschlichem Ma\u00df vorgestellt.<\/p>\n<p>Als Fazit der Oktober-Wandelbar kann festgehalten werden: Es war ein spannender Abend, der Lust auf die Entwicklung von Ideen und Ver\u00e4nderung macht!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>WandelBar: Lebenswerte Erlanger Altstadt R\u00fcckblick auf die Oktober Wandelbar 25.10.2017 Referent: Thomas Engelhardt In der zweiten Sitzung der WandelBar lud Thomas Engelhardt zu einem reich bebilderten Spaziergang durch das historische Stadtquartier am Altstadtmarkt ein. 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